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Fotos im Dunkeln

Tipps, Kniffe und Bastelleien unserer Forum-User rund um die digitale Fotografie.

Moderator: ft-team

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Gast

Fotos im Dunkeln

Beitrag von Gast » Di Apr 06, 2010 10:45 pm

Ich werde am Donnerstag mit einer Freundin die Tutanchamun-Ausstellung in HH besuchen. Fotografieren ist dort ausdrücklich erlaubt, allerdings ohne Blitz und ohne Stativ. Wir besitzen beide eine Nikon d60 und wenig Ahnung;-) Die Räume sind relativ dunkel, die Exponate werden angestrahlt. In Innenräumen rauscht es ja schnell mal. Hat jemand Tipps für uns, welche Kameraeinstellung wir benutzen könnten, um halbwegs passable Bilder zu bekommen? Wir haben zwar schon kräftig gelesen, aber wenig verstanden:-( Vielleicht weiß hier jemand noch Rat?

Vielen Dank, babs

Gast

Beitrag von Gast » Di Apr 06, 2010 11:09 pm

Ich oute mich als mitfahrende, ahnungslose Freundin. Sozusagen das Usertreffen der (noch) Unwissenden:-)

LG Nika

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fibbo
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Re: Fotos im Dunkeln

Beitrag von fibbo » Mi Apr 07, 2010 12:17 am

babs hat geschrieben:...Fotografieren ist dort ausdrücklich erlaubt, allerdings ohne Blitz und ohne Stativ.
Es liegt auf der Hand dass ihr Objektive mit Stabilisator einsetzen solltet, am besten Lichtstarke. Alternativ ein sehr lichtstarkes Objektiv wie z.B. das AF-S 35/1,8.
Mit dem vorhandenen Kit-Objektiv müsst ihr die iso-Empfindlichkeit erhöhen auf wahrscheinlich iso800-1600 bei einer Blende von ca. f4-5,6. Dazu die Belichtungskorrektur auf -0,3eV bis -1eV stellen, und/oder auf mittenbetonte oder Spot-Messung. Zusätzlich das RAW-Format anstatt jpg benutzen.
Programm auf Zeitautomatik, iso-Automatik bis iso1600 freigeben.
Zusätzlich die richtige Kamerahaltung üben, und/oder irgendwo anlehnen oder auflegen. Eventuell ist ja ein Einbein (Monopod) erlaubt.

Viel Glück!

fibbo
Zuletzt geändert von fibbo am Mi Apr 07, 2010 12:28 am, insgesamt 2-mal geändert.

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Johnars
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Beitrag von Johnars » Mi Apr 07, 2010 12:20 am

Das wird schwierig, aber gut wäre halt wenn ihr eine Lichtstarke Festbrennweite hättet:
Z.B. ein f 1,4 50mm würde ich hier empfehlen, aber vermutlich habt ihr nur so ein Lichtschwaches Zoom!
Wenn ihr keine Ahnung habt dann die Kamera auf P, sie übernimmt dann zu einem gewissen Grad das denken und du kannst dich aufs Motiv konzentrieren und die Kamera vielleicht irgendwo aufstützen!

Die ISO würde ich mal auf 800 ASA schrauben, das sollte mit der Kamera noch brauchbares geben!

Hals und Beinbruch, Armin

Gast

Beitrag von Gast » Mi Apr 07, 2010 8:12 am

Hi babs,

nach der passenden Formel für Nachtfotografie Suche ich auch noch ;-)
Ein paar wenige Bilder aus meinen Versuchsreihen befinden sich in meiner Galerie. Wenn Du z.B. mit PhotoME die Exifs der Bilder anschaust, wirst Du feststellen, daß ich am besten mit folgender Kombination klarkomme:
RAW.Format
ISO 800
TV-Modus (1/60 oder 1/40)
Hinterher beim Konvertieren aus dem RAW-Format die Belichtung und die Tiefen hochziehen.
Sanftes Entrauschen per Software (ich benutze momentan NIK Dfine).

Ich wünsche Euch viel Spaß und ein ruhiges Händchen ;-)

sonnige Grüße
Loonia

Edit: Wenn möglich, lieber etwas näher rangehen. Gerade Objektive die eh schon etwas lichtschwach auf der Brust sind, schwächeln umso mehr, wenn man man ranzoomt.
Zuletzt geändert von Gast am Mi Apr 07, 2010 9:44 am, insgesamt 1-mal geändert.

KaoTai

Beitrag von KaoTai » Mi Apr 07, 2010 9:43 am

Ohne Blitz und ohne Stativ besteht die Gefahr, daß die Fotos verwackeln.

Ihr solltet euch also darauf konzentrieren die Kamera möglichst ruhig zu halten, mit beiden Händen (mit der linke Hand auch das Objektiv stützen) und vorsichtig auslösen, ohne durch das Abdrücken die Kamera zu verreissen.
Außerdem solltet Ihr die Arme gegen den Oberkörper abstützen und die Kamera auch gegen den Kopf.


Ein weiteres Problem besteht in der geringen Schärfentiefe, insbesondere falls ihr doch lichtstarke Objetive einsetzen solltet.

Die Ausstellungstücke sind relativ klein und ihr müßt relativ nah heran.
Da ihr aber wegen der schwachen Beleuchtung die größte Blendenöffnung eurer Objektive verwenden werdet, wird nur ein relativ schmaler Bereich scharf abgebildet (z.B. von 48-54cm Entfernung).
Alles was von der Kamera aus gesehen weiter weg oder näher heran liegt, wird unscharf.
D.h. man muß auf die bildwichtigen Teile scharfstellen und diesen deutlichen Schärfenabfall bei der Bildgestaltung berücksichtigen.

Gast

Beitrag von Gast » Mi Apr 07, 2010 10:15 am

>>aber vermutlich habt ihr nur so ein Lichtschwaches Zoom!<<

So ist es:-( Ich habe zwei Objektive: Sigma DC 18-50mm 1:3,5-5,6 und Sigma DC 55-200mm 1:4-5,6.
Die Kameraeinstellungen habe ich auf RAW geändert und ISO auf Automatik gestellt.
Nun geht es gleich zu Probeaufnahmen mit einem goldenen Osterhasen in den Keller :-)

Schon einmal vielen Dank für die Tipps, babs

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Beitrag von Bullzeye » Mi Apr 07, 2010 7:49 pm

babs hat geschrieben: Nun geht es gleich zu Probeaufnahmen mit einem goldenen Osterhasen in den Keller :-)
Hehe, das finde ich sehr amüsant. Soetwas würde ein Mann wahrscheinlich nicht machen! ;)

Gast

Beitrag von Gast » Mi Apr 07, 2010 8:09 pm

Vielleicht noch zur Kamerastabilisierung ein "Schnurstativ"?

http://olypedia.de/Schnurstativ

Die gespannte Schnur stabilisiert die Kamera ein wenig mehr als keine Schnur, und die aufgerollte Schnur passt in die Hosentasche. Wenn Wachpersonal meckern sollte, einfach dumm stellen: "Das ist kein Stativ, das ist eine Schnur!"

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Beitrag von Cano » Mi Apr 07, 2010 10:43 pm

babs hat geschrieben:Ich habe zwei Objektive: Sigma DC 18-50mm 1:3,5-5,6 und Sigma DC 55-200mm 1:4-5,6.
Wenn die Exponate angestrahlt sind, dürftest Du, eine ruhige Hand vorausgesetzt, mit diesen Objektiven schon bei 400 ISO zu brauchbaren Ergebnissen kommen. Wenn die Hand weniger ruhig ist, würde ich zu dem bereits erwähnten "Schnurstativ" greifen.

Wenn die Exponate hinter Glas sind, dürften Dir die Spiegelungen größere Probleme bereiten als die Lichtverhältnisse.

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Beitrag von Johnars » Do Apr 08, 2010 10:51 am

Du solltest auf jedenfall möglichst das 18-50mm nehmen denn je kürzer die Brennweite, desto weniger verwackeln!
Wenn man gut geübt ist mit Ellbogen auf dem seitlichen Bauch abzustützen Kamera gegen die Stirn drücken Atem im entscheidenden Moment anhalten, kann man damit 1/15 sec noch ruhig halten, mit etwas Übung!
Und bei starken Spots könnte es sein das du die Kamera Belichtung ein bisschen Richtung - korrigieren musst, weil sonst die Lichter ausfressen!
Vor allem wenn das Beleuchtete Ding nicht Format füllend drauf ist sondern noch viel dunkles drum rum!

Gutes Gelingen, Armin

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Beitrag von Bommelnator » Do Apr 08, 2010 11:56 am

Bullzeye hat geschrieben:
babs hat geschrieben: Nun geht es gleich zu Probeaufnahmen mit einem goldenen Osterhasen in den Keller :-)
Hehe, das finde ich sehr amüsant. Soetwas würde ein Mann wahrscheinlich nicht machen! ;)
"Mann" macht noch ganz andere Sachen! :wink: :lol:

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Beitrag von heribert stahl » Do Apr 08, 2010 1:37 pm

Dunkle Sachen anziehen, damit wenigstens ihr keine auffaellige Spiegelung erzeugt. Oberhalb ISO800 faellt der 10MP-Sony Sensor stark ab.
RAW ist Pflicht. Wenn es geht, die Kamera gegen eine Glasscheibe druecken. So kann man recht lange Zeiten "halten". Vielleicht naeht Ihr Euch noch einen Bohnensack (kann auch Reis, Erbsen usw. sein). Den kann man ueberall auflegen und die Kamera ausrichten.

Gruss
Heribert

Gast

Beitrag von Gast » Fr Apr 09, 2010 9:15 am

Vielen Dank für eure Ratschläge. Hier kommt ein kurzer Bericht:
Wir betraten die Ausstellungsräume dunkel bekleidet, in den Taschen versteckt waren Schnurstative unterschiedlichster Länge (wer weiß, ob alle Exponate auf einer Höhe angeordnet sind) und das gute Körnerkissen für verspannte Nackenmuskulatur und Bauchweh:-) Der erste Eindruck: Die Räume waren heller erleuchtet als befürchtet. Der zweite Eindruck: Fürs Fotografieren war es doch recht dunkel. Aber mit der empfohlenen Körperhaltung und dem Schnurstativ erzielten wir sehr ansprechende Ergebnisse. Auch das Körnerkissen war sehr hilfreich als Auflage. So ausgestattet wurden wir allerdings zunächst selbst das Motiv für etliche Fotos anderer Ausstellungsbesucher :oops:. Aber egal, der Erfolg gab uns Recht und die Schnurstative fanden beim Verlassen der Räume reißenden Absatz bei anderen Fotografen. Unsere wichtigste Erkenntnis war eigentlich, dass man sich schon vor einer Fototour ernsthaft Gedanken über Ausstattung und andere Kleinigkeiten (z.B. Kleidung) machen sollte und diese Tour im Anschluss an die "Arbeit" doch recht feucht-fröhlich enden kann :wink: .
Noch einmal vielen Dank, babs

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Beitrag von Cano » Fr Apr 09, 2010 9:34 am

babs hat geschrieben:... in den Taschen versteckt waren Schnurstative unterschiedlichster Länge (wer weiß, ob alle Exponate auf einer Höhe angeordnet sind) ...
Zur Ballastreduzierung empfehle ich, sich beim nächsten Mal auf ein einziges Schnurstativ zu beschränken. Wenn die Schnur lang genug ist, kann man sie für alle anfallenden Höhen verwenden, da die Arbeitslänge durch Einklemmen der Schnur an der erforderlichen Stelle reguliert wird.

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